Behördensprache

Schwierige Begriffe von A-Z einfach erklärt

Ausbildungsbegleitende Hilfen (AbH)

Das Angebot Ausbildungsbegleitender Hilfen richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die sich in einer betrieblichen Ausbildung befinden. Ausbildungsbegleitende Hilfen dienen dazu, den Erfolg der Ausbildung durch Stützunterricht und sozialpädagogische Begleitung zu sichern. Der Unterricht findet in der Regel wöchentlich außerhalb der Ausbildungszeit statt. Die Bildungsmaßnahme wird von der Agentur für Arbeit gefördert und kann dort beantragt werden.

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Außerbetriebliche Ausbildung

Die außerbetriebliche Ausbildung ist eine durch öffentliche Gelder geförderte Berufsausbildung, die von Bildungsträgern meist in Kooperation mit Ausbildungsbetrieben vor Ort durchgeführt wird. Die Ausbildungsplätze werden von der Agentur für Arbeit und ähnlichen Institutionen finanziert und an förderungsfähige Jugendliche vergeben. Die Auszubildenden können besondere Unterstützung durch Förderunterricht und sozialpädagogische Begleitung erhalten.

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Berufsausbildung

In einer Berufsausbildung werden fach- und berufsspezifische Fähigkeiten und Kenntnisse sowie die erforderliche Berufserfahrung vermittelt, die zu einem anerkannten Berufsabschluss führen. In der Regel erfolgt die Ausbildung im dualen System, d.h. der Auszubildende besucht den Ausbildungsbetrieb und die Berufsschule (betriebliche Ausbildung). Es gibt aber auch rein schulische Ausbildungsgänge, wie z.B. den Technischen Assistenten für Informatik. Eine besondere Form der Berufsausbildung ist die außerbetriebliche Ausbildung (siehe oben).

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Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Berufsausbildungsbeihilfe wird von der Agentur für Arbeit während einer beruflichen Ausbildung sowie einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme geleistet. Auszubildende erhalten Berufsausbildungsbeihilfe nur, wenn sie während der Ausbildung nicht bei den Eltern wohnen können, weil der Ausbildungsbetrieb vom Elternhaus zu weit entfernt ist. Fragen Sie Ihren Berufsberatern nach BAB.

WICHTIG: Sobald eine Ausbildung oder Bildungsmaßnahme abgebrochen oder beendet wurde, muss die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) unverzüglich abgemeldet werden, um eventuelle Rückzahlungen rechtzeitig zu vermeiden.

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Berufsfachschule

Die Berufsfachschule ist eine Berufsvorbereitung, die von den Berufsschulen angeboten wird. Die einjährige Berufsfachschule ermöglicht Jugendlichen mit Hauptschulabschluss den Erwerb einer beruflichen Teilqualifikation. Die zwei- oder dreijährige Berufsfachschule führt im Anschluss an den Hauptschulabschluss in Vollzeitunterricht bei Erfüllung bestimmter Leistungsvoraussetzungen zu einem dem Realschulabschluss gleichwertigen Abschluss und zu beruflichen Qualifikationen oder Teilqualifikationen.

Schüler mit Hauptschulabschluss, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, erfüllen durch den Besuch der Berufsfachschule ihre Berufsschulpflicht.

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Berufsschulpflicht

An die Vollzeitschulpflicht schließt sich die Berufsschulpflicht an. Diese wird jedoch nicht nur durch den Besuch der Berufsschule erfüllt, sondern auch durch die Teilname an Bildungsgängen berufsbildender Schulen, dem Besuch der Sekundarstufe I oder II. In der Regel endet die Berufsschulpflicht mit Ende der Klasse 12 (siehe Schulpflicht).

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Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB)

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen werden von der Agentur für Arbeit angeboten und bei Bildungsträgern vor Ort durchgeführt. Ziel ist das Erreichen von Ausbildungs- bzw. Berufs- und Berufswahlreife sowie das Einmünden in ein Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnis. Bestandteile des Angebotes sind u.a. theoretische und fachpraktische Unterweisung sowie Praktika. Bildungsbegleiter unterstützen bei der Stellensuche und dem Anfertigen von Bewerbungen. Für Jugendliche ohne Schulabschluss besteht die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss zu erwerben.

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Berufsvorbereitung

Die Berufsvorbereitung oder Berufsausbildungsvorbereitung hat das Ziel, jungen Menschen den Einstieg in das Berufsleben zu erleichtern bzw. erst zu ermöglichen. Insbesondere soll die Berufswahl unterstützt werden und eine Nachqualifizierung erreicht werden, um Voraussetzungen für die erfolgreiche Aufnahme einer Berufsausbildung zu schaffen, die durch die Schulbildung nicht erreicht wurden.

Zu den schulischen Bildungsgängen der Berufsvorbereitung zählen u.a. das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) sowie die Berufsfachschule. Zu den außerschulischen Bildungsgängen zählt z.B. die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB).

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Berufsvorbereitungsjahr (BVJ)

Das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) zählt zur Berufsvorbereitung und ist für Schüler ohne Hauptschulabschluss gedacht, die nach der Beendigung oder dem Abbruch der Schule keinen Ausbildungsplatz finden. Es wird von Berufsschulen angeboten, manchmal in Kooperation mit Bildungsträgern.

Im BVJ wird berufliches Grundwissen in einem oder mehreren Berufsfeldern vermittelt. Es dient somit der beruflichen Orientierung, neben der Erweiterung der Allgemeinbildung und dem Erwerb von grundlegenden Schlüsselqualifikationen, die zu einer (verbesserten) Ausbildungsreife führen.

Durch den Besuch des BVJ wird die Berufsschulpflicht erfüllt. Es ermöglicht Jugendlichen bei Erfüllung bestimmter Leistungsvoraussetzungen den Erwerb eines dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschlusses.

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Berufsgrundjahr (BDJ)

Die Bezeichnungen Berufsgrundbildungsjahr und Berufsgrundschuljahr werden meist in gleicher Weise gebraucht. Deshalb haben beide die gleiche Abkürzung: BGJ. Im BGJ bekommen die Schülerinnen und Schüler Grundkenntnisse aus mehreren verwandten Berufen. Sie lernen ein Berufsfeld kennen und können sich dann besser entscheiden, welchen Beruf sie lernen möchten. Das BGJ dauert ein Jahr.

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Bildungs- und Teilhabepaket (BuT)

Das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) steht allen Familien zur Verfügung, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe nach dem SGB XII oder nach § 2 AsylbLG, Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen.

Das Paket umfasst die folgenden Leistungen: Ausflüge in Schulen und Kitas sowie Klassenfahrten, Schulbedarf als Pauschale, Schülerbeförderung, Außerschulische Lernförderung,  Budget für die Soziale und kulturelle Teilhabe in Höhe von bis zu 10 Euro mtl., Gemeinschaftliches Mittagessen in Schulen und Kita

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Bundesfreiwilligendienst (BFD)

Der Bundesfreiwilligendienst ist ein Angebot an Frauen und Männer jeden Alters, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren – im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich oder im Bereich des Sports, der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz.

Freiwilliges Engagement lohnt sich für Alle und ist gerade auch für die Engagierten ein großer persönlicher Gewinn: Junge Menschen sammeln praktische Erfahrungen und Kenntnisse und erhalten erste Einblicke in die Berufswelt. Ältere Menschen geben ihre reichhaltige Lebenserfahrung an andere weiter, können über ihr freiwilliges Engagement auch nach dem Berufsleben weiter mitten im Geschehen bleiben – oder nach einer Familienphase wieder Anschluss finden. Auch als Einsatzstelle profitieren Sie von engagierter Unterstützung durch Freiwillige: Sie bringen frischen Wind und Anstöße von Außen in Ihre Einrichtung.

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Einstiegsqualifizierung (EQ)

Die Einstiegsqualifizierung (EQ) ist eine Qualifizierungsmaßnahme vor der Ausbildung. Betriebe können junge Menschen im Rahmen einer EQ an eine Ausbildung in ihrem Betrieb heranführen. Falls ein Betrieb noch nicht oder längere Zeit nicht mehr ausgebildet hat, ermöglicht ihm die EQ einen (Wieder-)Einstieg in die betriebliche Ausbildung.

Zielgruppen für EQ-Maßnahmen sind Ausbildungsbewerberinnen und -bewerber, die bis zum 30. September keine Ausbildungsstelle finden konnten sowie junge Menschen, die aktuell noch nicht in vollem Umfang für eine Ausbildung geeignet oder lernbeeinträchtigt und sozial benachteiligt sind.

Vorrangiges Ziel einer EQ ist es, diesen jungen Menschen Gelegenheit zu geben, berufliche Handlungsfähigkeit zu erlangen bzw. zu vertiefen. Gleichzeitig bietet eine EQ dem Ausbildungsbetrieb die Möglichkeit, den jungen Menschen nicht nur in einem kurzen Bewerbungsgespräch kennenzulernen, sondern seine Fähigkeiten und Fertigkeiten über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten im täglichen Arbeitsprozess beobachten zu können. Der vergleichsweise lange Zeitraum erlaubt es, die Leistungsfähigkeit besser einzuschätzen. Eine Vergütung ist möglich.

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Jugendschutzgesetz (JuSchG)

Das Jugendschutzgesetz dient dem Schutz der Jugend in der Öffentlichkeit. Es regelt zum Beispiel den Verkauf, die Abgabe und den Konsum von Tabak und Alkohol, die Abgabe, Verkauf und Verleih von Filmen und Computerspielen sowie den Aufenthalt in Gaststätten und bei Tanzveranstaltungen (zum Beispiel in Diskotheken).

Wesentliche Kernpunkte des Jugendschutzgesetzes finden Sie hier: Jugendschutzgesetz.

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Ausbildungsförderung in der Schulzeit = Schüler-BAföG  

Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)
Kurzinformation „Schüler- BAföG“ (Stand 01/2011)

Zuständig für die Bewilligung der Ausbildungsförderung nach BAföG für Schüler ist im Regelfall das Amt für Ausbildungsförderung des Landkreises, in dem die Eltern ihren Hauptwohnsitz haben, unabhängig vom Schulstandort oder der Wohnung des Auszubildenden. Für Studenten ist das Deutsche Studentenwerk an der jeweiligen Universität, Hochschule oder Fachhochschule zuständig.

Schüler der allgemeinbildenden Schulen, Berufsfachschulen und Fachschulen erhalten die Förderung zu 100 % als nicht rückzahlbaren Zuschuss.

Für ein persönliches Beratungsgespräch stehen die Mitarbeiter des Amtes für Ausbildungsförderung des Landkreises Harz in Wernigerode, Rudolf- Breitscheid- Str. 10 zu den bekannten Öffnungszeiten der Kreisverwaltung zur Verfügung. In besonderen Einzelfällen wird nach Absprache ein persönlicher Kontakt in den Außenstellen Halberstadt oder Quedlinburg ermöglicht.

WICHTIG: Sobald eine Ausbildung oder Bildungsmaßnahme abgebrochen oder beendet wurde, muss die Berufsausbildungsbeihilfe (BaB) unverzüglich abgemeldet werden, um eventuelle Rückzahlungen rechtzeitig zu vermeiden. Bei hohen Fehlzeiten können Beträge zurückgefordert werden.

Kontaktmöglichkeit:
Tel. 03941 5970-1163, -1130, -1131, -1150, -1154, -1190
Fax 03941 5970-1132
E-Mail: sozialamt@kreis-hz.de

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Schulpflicht

  1. Beginn der Schulpflicht: 6 Jahre
  2. 12 Jahre: 9 Jahre Vollzeitschulpflicht, mind. 1 Jahr berufsbildende Schule (SchulG LSA § 40)
Schulgesetz des Landes Sachsen-Anhalt (SchulG LSA)
in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. Februar 2013

§ 40 Dauer und Ende der Schulpflicht

Die Schulpflicht endet zwölf Jahre nach ihrem Beginn.

Alle Schulpflichtigen besuchen zunächst mindestens neun Jahre Schulen der Primarstufe und der Sekundarstufe I (Vollzeitschulpflicht).

Sofern sie nicht anschließend allgemeinbildende Schulen besuchen, erfüllen sie ihre Schulpflicht durch den Besuch einer berufsbildenden Schule.

Schülerinnen und Schüler mit Wohnsitz in Sachsen-Anhalt, die einen Ausbildungsbetrieb außerhalb des Landes besuchen, erfüllen ihre Schulpflicht in Sachsen-Anhalt, soweit im Land ein geeignetes Bildungsangebot zu zumutbaren Bedingungen vorgehalten wird. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler eine berufsbildende Schule mit Vollzeitunterricht mindestens ein Jahr lang besucht, so ist deren Schulpflicht erfüllt. Sie ist auch erfüllt, wenn mindestens ein Jahr lang ein von der Schulbehörde genehmigtes kooperatives Bildungsangebot besucht wird. Wer nach Beendigung der Schulpflicht eine Berufsausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung beginnt, ist verpflichtet, für die Dauer des Ausbildungsverhältnisses die Berufsschule zu besuchen.

Wer zur Förderung seiner beruflichen Aus- oder Weiterbildung an Maßnahmen nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch teilnimmt, die von dafür anerkannten und zugelassenen Trägern durchgeführt werden bzw. an vergleichbaren Maßnahmen anderer Träger, kann auch nach Beendigung der Schulpflicht in den Bildungsgang einer berufsbildenden Schule aufgenommen werden, wenn die Sach- und Personalkosten erstattet werden.

Eine Schülerin ist drei Monate vor und zwei Monate nach der Geburt ihres Kindes nicht verpflichtet, die Schule zu besuchen. Im Übrigen kann die Schulbehörde die Schulpflicht auf Antrag einer schulpflichtigen Mutter mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten widerruflich ruhen lassen, wenn sie durch den Besuch der Schule daran gehindert würde, ihr Kind in ausreichendem Maße zu betreuen. Die oberste Schulbehörde wird ermächtigt, weitere Regelungen zum Ruhen der Schulpflicht und deren Gleichstellung durch Verordnung zu treffen.

Die oberste Schulbehörde kann durch Verordnung festlegen, dass Schülerinnen und Schüler nach Erfüllung der Vollzeitschulpflicht von der weiteren Erfüllung der Schulpflicht befreit werden können.

Das Nichterfüllen der Schulpflicht ist eine Ordnungswidrigkeit und wird entsprechend geahndet. Auch eine zwangsweise Zuführung zur Schule ist möglich.

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